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Gesundheitsförderung Schweiz

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Die Schweiz ist bei der Prävention auf dem letzten Platz

Politischer Puls

Die Schweiz ist bei der Prävention auf dem letzten Platz

Die Schweiz gibt pro Kopf weltweit am meisten für das Gesundheitswesen aus – und investiert gleichzeitig so wenig wie kaum ein anderes europäisches Land in Gesundheitsförderung und Prävention. Während die Prämien steigen, bleibt das wirksamste Mittel gegen künftige Kosten ungenutzt. Zeit für einen Kurswechsel.

Schlusslicht bei der Prävention: Die Schweiz belegt im Public Health Index von 2025 den letzten Platz unter den europäischen Ländern. Spitze, und zwar Weltspitze, ist die Schweiz bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf. Das bedeutet, dass die Schweiz gemessen an ihrem hohen Kostenniveau zu wenig in die Prävention investiert. Die OECD-Länder investieren im Schnitt etwa 3,4% ihrer Gesundheitsausgaben in die Prävention. Die Schweiz liegt mit 1,9% klar darunter.  

Aber warum braucht es mehr Investitionen im Gesundheitswesen? Die Krankenkassen-Prämien steigen jedes Jahr und belasten schon jetzt einen grossen Teil der Menschen in der Schweiz. Die Antwort findet sich rasch, der Effekt aber braucht Zeit. Wenn wir in die Prävention investieren, spart das kurzfristig kein Geld. Aber es verlangsamt das Kostenwachstum und reduziert die Belastung des Gesundheitssystems. Wenn wir nicht in die Prävention investieren, dann steigen die Kosten noch schneller. Prävention hingegen hilft, die Kosten zu steuern. 

Quelle: Public Health Index, AOK-Bundesverband

Neue Wege für die Prävention 
Die Prävention in der Schweiz muss nicht nur gestärkt, sondern weiterentwickelt werden. In vielen Bereichen aber mangelt es an ausreichenden gesetzlichen Grundlagen auf Bundesebene, ausserdem fehlen personelle Ressourcen innerhalb der Verwaltung und finanzielle Mittel für die Förderung der Gesundheit und die Krankheitsprävention. Die Problemlast (Burden of Disease) ist zu gross und die damit verbundenen Folgekosten zu hoch, um nichts zu tun. Prävention reduziert nachweislich die Problemlast und entlastet die Versorgungsstrukturen.  

Auch der Bundesrat sieht Handlungsbedarf: In seinem Bericht vom 25. Februar 2026 zur Prävention in der Gesundheitsversorgung hält er fest, dass der bestehende rechtliche Rahmen zwar genügend Spielraum bietet – es aber eine gestärkte koordinierende Rolle von Gesundheitsförderung Schweiz braucht, um diesen Spielraum auch zu nutzen. 

Politik und Programme  
Die Stärkung der Prävention ist politisch anschlussfähig. Das Parlament fordert seit Jahren mehr Strategie, mehr Koordination und mehr Ressourcen. Ständerätin Flavia Wasserfallen etwa kritisiert in ihrem Postulat «Wirksame Prävention in der Gesundheitsversorgung», dass erfolgreiche evidenzbasierte Präventionsprojekte meist mangels klarer Zuständigkeit und Anschlussfinanzierung nicht nachhaltig verankert werden können.  

Gesundheitsförderung Schweiz setzt mit ihren kantonalen Aktionsprogrammen bereits heute auf strukturierte, koordinierte Prävention und Gesundheitsförderung: Mit allen 26 Kantonen werden aktuell verschiedene Aktionsprogramme umgesetzt, die sich dafür einsetzen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie ältere Menschen sich genügend bewegen, sich ausgewogen ernähren und psychisch gesund bleiben. Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt die Kantone dabei fachlich und finanziell. 

Spitze statt Schlusslicht 
Wie eingangs erwähnt, hat die Schweiz Aufholbedarf, wenn es um Prävention und Gesundheitsförderung geht. Gleichzeitig verfügt sie über die Mittel und das Know-how, um den Sprung nach vorne zu schaffen. Sie sollte nicht nur bei den Gesundheitsleistungen zur Weltspitze gehören, sondern auch bei den Investitionen in die Prävention. Dafür braucht es den Mut, neue Wege zu gehen.